Damit Gleichstellung Realität wird, müssen Männer aktiv Teil der Lösung sein. Genau darum geht es beim sogenannten „Male Allyship“: die eigene Rolle kritisch zu reflektieren, Stereotype zu hinterfragen und gemeinsam mit Frauen und queeren Personen gegen Sexismus und geschlechtsbezogene Diskriminierung vorzugehen.
Der erste Schritt auf diesem Weg ist, die eigenen Privilegien zu erkennen. Denn Männer profitieren häufig – bewusst oder unbewusst – von bestehenden Strukturen, auch an Hochschulen. Entscheidend ist, was sie daraus machen. Nutzen sie ihre Privilegien, um Ungleichheiten abzubauen und andere zu stärken?
Male Allyship zeigt sich in ganz alltäglichen Situationen, etwa darin, die Beiträge von Kolleginnen in Meetings zu würdigen, bei sexistischen Sprüchen zu intervenieren oder in der bewussten Entscheidung, Elternzeit zu nehmen. Ziel ist, ein respektvolles Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich alle wohlfühlen und ihre Talente voll entfalten können. Das ist kein einmaliger Schritt, sondern ein Prozess.
„Für Hochschulen ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: Wir müssen Räume schaffen, in denen Male Allyship gelernt und gelebt werden kann“, betont Gabriele Alonso Rodriguez, zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Uni Bonn.