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VorBilder - Pionierinnen in Studium und Wissenschaft

 

Ausstellung_VorBilder

Ausstellung "Vor Bilder - Wissenschaftlerinnen der Universität Bonn. Historische, soziologische und künstlerische Perspektiven" im Rondell, Hauptgebäude der Universität Bonn im Jahr 2003 

 

Die Anfänge des Frauenstudiums
an der Universität Bonn

 

Eine der wichtigen Vorkämpferinnen für die Frauenbildung, die Berlinerin Helene Lange, erregte noch Aufsehen und Protest, als sie 1893 als erste Frau in Bonn einen öffentlichen Vortrag hielt. Auch als sich drei Jahre später, im Wintersemester 1896/97, die ersten 16 Frauen als Gasthörerinnen an der Univerität Bonn einschrieben, kam dies einer Revolution gleich. Doch von da an war der Weg für die schrittweise Etablierung des Frauenstudiums und die Teilhabe von Frauen an Forschung und Lehre an der Universität Bonn geebnet:

1903 wurden die ersten beiden Frauen, Frida Busch und Hermine Edenhuizen, die zu den ersten Gasthörerinnen an der Medizinischen Fakultät gehörten, promoviert.

1908 wurde das Immatrikulationsrecht für Frauen in Preußen eingeführt und im WS 1908/09 schrieben sich die ersten 70 "ordentlichen" Studentinnen an der Bonner Universität ein. Die meisten Studentinnen (fast 90%) waren an der Philosophischen Fakultät immatrikuliert, zu der damals auch die naturwissenschaftlichen Fächer gehörten (die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät wurde erst 1936 gegründet). Zu den beliebtesten Studienfächern zählten Sprachen oder Geschichte sowie Mathematik und Naturwissenschaften (Physik). Viele Studentinnen wählten eine Ausbildung zur Lehrerin oder Ärztin. Andere Berufsbilder wie Juristin oder Theologin kamen für Frauen nicht in Frage, weil sie zwar zum Studium, aber noch nicht zu bestimmten Abschlüssen zugelassen waren. So durften Frauen erst ab 1922 das juristische Staatsexamen ablegen.

Zur Habilitation zugelassen wurden Frauen in Preussen erst 1920. An der Universität Bonn hatten schon früh zwei Frauen einen Antrag auf Zulassung zur Habilitation gestellt: 1901 Adeline Rittershaus-Bjarnason für Neuisländische Sprache und Literatur und 1906 Maria Gräfin von Linden für Vergleichende Biologie. Beide Anträge wurden abgelehnt. Adeline Rittershaus habilitierte sich 1902 in Zürich, Maria Gräfin von Linden wurde aufgrund ihrer herausragenden Leistungen 1910 zur ersten Titularprofessorin der Universität Bonn ernannt. Als erste Frau habilitierte sich 1943 die Numismatikerin Wilhelmine Hagen an der Philosophischen Fakultät. Die ersten Habilitandinnen der anderen Fakultäten waren 

  • 1944 die Pflanzengeographin Käthe Kümmel an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, 
  • 1949 die Anatomin Emmi Hagen an der Medizinischen Fakultät, 
  • 1962 Rose-Marie Wegner (Kleintierzucht und Kleintierhaltung) an der Landwirtschaftlichen Fakultät und Luise Abramowski (Evangelische Kirchengeschichte) an der Evangelisch-Theologischen Fakultät, 
  • 1971 Hilde Kaufmann (Kriminologie/Strafrecht) an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät und 
  • die Moraltheologin Verena Lenzen 1994 an der Katholisch-Theologischen Fakultät. 

 

 

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