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Dr. Sabine Schrenk

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Professorin für Christliche Archäologie 

 

Mein Interesse an der Archäologie entstand in der Zeit des Abiturs. Zunächst waren es die Epochen der Griechen und Römer, die mich faszinierten, und so studierte ich nach dem Abitur zuerst in Freiburg, dann in Bonn Klassische Archäologie im Hauptfach. Dieses Studium schloss ich bei Professor Nikolaus Himmelmann-Wildschütz mit dem Magister Artium ab.

Nach einer ausgedehnten Reise arbeitete ich in der Bodendenkmalpflege und im museumspädagogischen Bereich in Köln. In dieser Zeit beeindruckte mich nachhaltig, wie groß das Interesse der Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Ausbildung an Kulturgeschichte ist bzw. bei entsprechender Anregung werden kann. Im Fach Christliche Archäologie schloss ich die Promotion bei Professor Josef Engemann an (zum Thema "Typos und Antitypos in der frühchristlichen Kunst"). Dieses Fach, das sich mit dem Übergang von der Antike zum Mittelalter beschäftigt (d. h. mit dem 3. bis ca. 8. Jh.), war mir im Laufe der beruflichen Tätigkeit sehr viel näher gekommen, und ich entdeckte hier besonders spannenden Forschungs- und später auch Lehrbedarf. Während der Dissertation stieß ich außerdem auf ein Forschungsfeld, das bis heute für mich der Schwerpunkt meiner eigenen Studien ist, die Archäologische Textilforschung.

Nach einer Anstellung im Ortsarchiv der Kölner Bodendenkmalpflege und einem Forschungsstipendium der DFG konnte ich im Franz Joseph Dölger-Institut in Bonn eine Stelle in der wissenschaftlichen Redaktion für das "Reallexikon für Antike und Christentum" antreten. Danach eröffnete mir meine Beschäftigung mit antiken und frühbyzantinischen Geweben eine Anstellung in der Abegg-Stiftung (Riggisberg bei Bern) als Kustodin für Kunst bis zum Jahr 1500. Der Ausrichtung dieses Museums und Restaurierungsinstitutes entsprechend lag der Schwerpunkt meiner Aufgaben im Bereich der Textilien. Der intensive Austausch mit TextilrestauratorInnen brachte mich dabei noch einmal auf ganz neue Weise mit dieser besonderen Denkmälergattung zusammen. Aus der Beschäftigung mit ihr entstand das Thema meiner Habilitationsarbeit: "Textilien des Mittelmeerraumes aus spätantiker bis frühislamischer Zeit". Zurück in Deutschland hatte ich die Gelegenheit, einen Antrag auf ein ausgedehntes EU-Projekt im Rahmen archäologischer Textilforschung (DressID) zu erarbeiten, bei dem verschiedene Nationen und sehr unterschiedliche Disziplinen eingespannt wurden. Das Projekt wurde für fünf Jahre bewilligt.

Zu diesem Zeitpunkt entschied ich mich jedoch dazu, nicht hauptsächlich an diesem Projekt zu arbeiten, sondern an die Universität zu gehen und die Stellvertretung der Professur für Christliche Archäologie an der Universität Bonn anzunehmen. Seit Sommer 2008 ist hier mit Mitteln der Gielen-Leyendecker-Stiftung und der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn die Stiftungsprofessur für Christliche Archäologie eingerichtet, die ich seither innehabe, mittlerweile in der eigenen Abteilung für Christliche Archäologie im Institut für Archäologie und Kulturanthropologie. 

In meiner beruflichen Entwicklung hatte ich – auch unterbrochen durch Zeiten der Suche und der Arbeitslosigkeit – die Gelegenheit zu verschiedenartigen Anstellungen, die mir nun helfen, das Fach mit seinen unterschiedlichen Themen und Aufgabengebieten zu lehren. Die Christliche Archäologie untersucht die Anfänge und die Entwicklung der christlichen Kunst und Kultur und damit deren Entstehung aus einem ursprünglich paganen und jüdischen Umfeld heraus, ohne welches diese Kultur nicht denkbar ist. Die Christliche Archäologie ist nicht einfach nur ein "schönes Orchideenfach", sondern sie betrifft den Kern unserer Geschichte. Es ist eine großartige Aufgabe, die zugehörigen Methoden lehren zu können und mit ihrer Weitergabe an zukünftige Christliche Archäologen und Archäologinnen zur weiteren Erforschung der christlichen Kunst und Kultur und ihrem antiken und jüdischen Erbe beitragen zu können. 

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