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Dr. Diana Imhof

 Imhof

 

Professorin für Medizinische Chemie / Wirkstoffsynthese

 

Persönliches

geb. 1971 in Zeulenroda (Thüringen)

 zwei Kinder (2001 und 2010)

 

1) Studienfachwahl:

Meine Klassenlehrerin (Chemie, Mathematik; 8.-10. Klasse) und ein Verwandter (Chemiker) haben mir seit der 8. Klasse mehr oder weniger ein Chemiestudium nahegelegt (interessantes Studium, geeignet dafür, etc.). Einer der Berufswünsche in der Abiturstufe war aber auch Architektur. Ausschlaggebend für die Entscheidung für Chemie war dann aber doch der Enthusiasmus für die Fächer Chemie und Biologie einer Lehrerin in der EOS (Chemie, Biologie; 11./12. Klasse). 
(PS: Solche Lehrer wünscht man sich für seine Kinder.)

2) Grund der Entscheidung für eine wissenschaftliche Laufbahn:

Verschiedene Gründe. U.a. ist man freier in Bezug auf die Wahl des Forschungsgebietes, außerdem erschien es mir damals leichter vereinbar mit Familie (allerdings aus Sicht einer in Ostdeutschland Aufgewachsenen).

3) Prägende Erlebnisse, Wendepunkte, Vorbilder

Vorbilder hatte ich in beide Richtungen: negative und positive. Als ausgesprochen positiv habe ich meinen Mentor Prof. Dehua Pei, OSU, in Erinnerung. In dieser Gruppe wurde sehr leistungsorientiert, aber auch fair und team-orientiert, gearbeitet. Seine Entscheidungen waren gerecht und entsprachen dem Leistungsniveau der Mitarbeiter. Das habe ich leider nicht in allen Gruppen, in denen ich tätig war, erlebt. Er hat es außerdem sehr gut verstanden, Einen zum Denken und (Selbst)Finden von Lösungen anzuregen.

 
Wissenschaftlicher Werdegang

1990-1995  
Studium der Chemie an der FSU Jena, Biology Core and Option an der Dublin City University

1999 
Promotion "Einsatz N-funktionalisierter Aminosäuren und Dipeptideinheiten zur Darstellung neuer Somatostatin-Analoga und zum Studium der Rückgratcyclisierung in Peptiden"

2008 
Habilitation "Peptiderkennungsmechanismen und deren Einfluss auf die Entwicklung spezifischer Effektoren am Beispiel der Proteintyrosinphosphatase SHP-1"

2008 bis 2010   
Lehrtätigkeit am Institut für Biochemie ind Biophysik, FSU Jena.
Fach: Biochemie

seit 01.01.2011
Professur für Medizinische Chemie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Pharmazeutisches Institut - Pharmazeutische Chemie I

Forschungsaufenthalte (Ausland)
09/2004 bis 03/2005 Department of Chemistry, Ohio State University, Columbus/USA

Auszeichnungen und Preise 
Juni 2000 Promotionspreis Biologisch-Pharmazeutische Fakultät, FSU Jena
Juli 2001 (- Dez 2001) Habilitationsstipendium, HWP Freistaat Thüringen

Forschungsschwerpunkte
  • Bioaktive Peptide, Oligopeptide und Proteine mit medizinischer Relevanz 
  • Peptidsynthese (Festphase, Lösung, Kombinatorische Synthese)
  • biologische Aktivitäten, enzymatische und biochemische Assays 
  • Peptidanalytik, Strukturaufklärung
  • rekombinante Expression von Proteinen, Proteinreinigung 
 
Forschung und Lehre

Medizinische Pharmazie/Biochemie: Wir bewegen uns immer an der Schnittstelle zwischen Chemie und Biologie, mit einem Schwerpunkt auf der Biochemie der in Zellen ablaufender Prozesse und deren Beeinflussung durch von uns untersuchte oder entwickelte Substanzen.

Arbeit mit Studierenden: Mir missfällt die Verschulung der Lehre an der Universität und die immer weiter eingeschränkten Möglichkeiten, die man als Hochschullehrer hat. Auch ist es für mich unverständlich, warum heutige Studenten erwarten, dass es im Studium exakt so weiter läuft wie in ihrer Schulzeit. Ich wünsche mir wieder mehr Studenten, die auch Fragen stellen; die mehr wissen wollen, als im Skript vorgegeben steht, etc…

Arbeit mit wissenschaftlichen Nachwuchs: Die Arbeit mit den aktuell in unserer Gruppe tätigen MitarbeiterInnen (DoktorandInnen) macht mir enorm viel Spaß, da sie als Team sehr gut harmonieren, obwohl nahezu jeder an einem anderen Projekt beteiligt ist, was i.a. nicht förderlich ist und die Kommunikation eher einschränkt. Ich erlebe aber eigentlich gerade das Gegenteil, das beflügelt mich auch selbst.

 

Tipps für Nachwuchswissenschaftlerinnen

Erster Tipp: Nicht unterkriegen lassen! Es gibt immer Höhen und Tiefen, so wie es immer Menschen geben wird, die besser wissen, was gut für die eigene wissenschaftliche Karriere ist. Letztlich sollte man immer selbst entscheiden, auch wenn dies einmal entgegen der Meinung der anderen geht. Ohne diese, (mitunter dickköpfige), Einstellung hätte ich wahrscheinlich jetzt keine Kinder. 

Zweiter Tipp: Wenn man unsicher ist, immer mehrere Ratschläge einholen und viel mit anderen kommunizieren, die evt. gerade in der gleichen Situation (beruflich und/oder privat) sind. Verpasste Chancen gehen häufig auf Uninformiertheit zurück. Aber auch eine gewisse Fähigkeit zur Organisation und (Selbst)Disziplin gehört dazu, eine wissenschaftliche Laufbahn erfolgreich anzugehen.

 
 (Juni 2012)
 
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