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Dr. Franziska Geiser

 

Geiser

 

Professorin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

 Wissenschaftlicher Werdegang

2012 
Professur für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universität Bonn

2010
Ruf auf eine Professur für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universität Marburg (abgelehnt)

2010
Leiterin Bonn der Interdisziplinären Onkologischen Projektgruppe Psychoonkologie am CIO Köln-Bonn

2007
Habilitation im Fach Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Thema der Habilitationsschrift: „Einfluss von Angst auf die Gerinnungsfunktionen“ 

1995
Promotion Dr. med., Thema: „Narzissmus und Schizoidie“

1994
Staatsexamen Medizin

1992
Auslandssemester in Piura/Peru (Geburtshilfe)

1988-1994
Medizinstudium an den Universitäten HD/Mannheim und Mainz

Diplomprüfung Psychologie

1983-1989
Psychologiestudium an den Universitäten Bonn und Heidelberg

Beruflicher Werdegang

2012
Klinikdirektorin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Bonn (kommissarisch seit 2010)

2000-2010
Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Bonn 

seit 2000
Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Ausrichtung psychodynamische Psychotherapie

1996-2000
ÄiP/Assistenzärztin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und der Klinik für Allgemeine Innere Medizin der Universität Bonn sowie der Landesnervenklinik Andernach 

Schulbildung 

1970-1982
Europäische Schulen Bergen(NL) und Brüssel, Abschluss: Europäisches Abitur, Fremdsprachen: Französisch, Englisch, Niederländisch, Grundkenntnisse Spanisch und Italienisch

Forschungsschwerpunkte
  • Psychophysiologie: Angst/Stress und Hämostase
  • Psychoonkologie, Psychokardiologie, Psychotherapieforschung 

Mit einem guten Abitur in der Tasche  hatte ich nach der Schule das „Problem“, mich für viele Fächer zu interessieren. Sprache, Naturwissenschaft, Soziales? „Karriereplanung“ war damals noch ein Fremdwort, wir gingen einfach davon aus, dass man mit jedem Studium etwas werden könne. Mit der Idee, vielleicht Diplomatin zu werden (die Kindheit hatte ich im europäischen Ausland verbracht), begann ich ein Jurastudium, stellte aber bald fest, dass mir dort der Raum fehlte, eigene Ideen zu entwickeln. Ich wechselte deshalb zur Psychologie und fand in der Entwicklungspsychologie und der Klinischen Psychologie motivierende Lehrer/innen und Themen. Früh lernte ich als Studentische Hilfskraft die Wissenschaft auch „von innen“ kennen, zunächst in Bonn, dann im Institut für Gerontologie in Heidelberg. Bei den Berührungspunkten zur Medizin entdeckte ich aber auch wieder die Begeisterung für naturwissenschaftliche Zusammenhänge. So reifte die Idee, anstatt mich mit 24 Jahren ins Arbeitsleben zu stürzen noch ein Medizinstudium dranzuhängen. Ziel war schon damals die Verbindung dieser beiden Studiengänge in der Psychosomatik oder der Allgemeinmedizin.
 
Die Abenteuerlust führte mich dann für ein halbes Jahr nach Südamerika, die Liebe zurück nach Bonn. Inzwischen war der Facharzttitel für Psychotherapeutische Medizin, heute Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, eingerichtet worden, das war genau meine Richtung! Ich begann die Facharztausbildung mit dem „Fremdjahr“ in der Inneren Medizin und lernte auf einer HIV-Station viel über Medizin, Strukturen im Krankenhaus und mich selbst. Im anschließenden Psychiatriejahr in einer Landesklinik war ich verwundert, dass die Kollegen um fünf „den Bleistift fallen ließen“ – ich kam von der Uniklinik und sah die vielen ungenutzten Möglichkeiten, sich in Forschung oder Fortbildung zu engagieren. „Nebenbei“ hatte ich inzwischen eine Familie mit zwei kleinen Stiefkindern, die mich viel beschäftigte. Mich weiter voll im Beruf zu engagieren war möglich, weil mein Mann das Gros der Kinderbetreuung übernahm.  Jeden Abend vorgelesen, miteinander den Wald erkundet, Elternabende besucht und die Herausforderungen pubertierender Jugendlicher durchgestanden habe ich dennoch und freue mich bis heute darüber. 
 
Ich hatte mich inzwischen in der Psychosomatik an der Uniklinik Bonn beworben und bekam rasch eine Stelle. Nun geht es eher unspektakulär weiter, Assistenzärztin, Oberärztin, Leitende Oberärztin. In die Zeit der Habilitation platzte dann als Nachzügler mein Sohn hinein. Ich hatte einen verständnisvollen Chef, der natürlich nicht glücklich war, dass ich eine Zeitlang ausfiel, aber sich lieber an seine eigene Vaterzeit erinnern wollte als sich über die Störung des Klinikbetriebs zu ärgern. Beim Stillen kann man viel lesen und abends auch schreiben – die Elternzeit war nicht nur wunderschön als unbeschwerte Phase mit dem Kind (die nächtlichen Koliken hat man bald wieder vergessen), sondern ließ auch Raum für die Fertigstellung der Habilitationsschrift. Nun war ich also habilitiert, da ist doch der folgerichtig nächste Schritt, so dachte ich, mich auf Professorinnenstellen zu bewerben. Professorin zu werden war durchaus nicht von Anfang an ein festes Ziel. Vor Augen hatte ich im Laufe meines beruflichen und privaten Weges eigentlich immer nur die nächsten Möglichkeiten (für die ich mich dann schon gezielt eingesetzt habe), das Ergreifen von Chancen und das Engagement, das, was ich gerade tat, sehr gut zu machen. Ich hätte mir auch gut vorstellen können, noch mehr Kinder zu haben und Teilzeit zu arbeiten, oder ins Ausland zu gehen. Die Bewerbungen liefen sehr gut, die erste zum Lernen, die zweite ein Listenplatz, und dann bei der dritten tatsächlich ein Ruf nach Marburg.  Wir hatten uns die Stadt schon angesehen (Provinz, aber schön), da ergab sich parallel die Chance auf eine Berufung in Bonn, die ich ergriffen habe. 
 
Ich bin sehr dankbar für die glücklichen Umstände, die Unterstützung durch nahe und ferne Menschen, die Gnade, Talent mitbekommen zu haben, und die Erfahrung, mithilfe eigener Anstrengung Ziele erreichen zu können, die mich alle zusammen an diese Stelle (beruflich wie privat) gebracht haben. Jede Studentin (und auch jeden Studenten) möchte ich ermutigen, sich in ihren Zukunftsplänen nicht von vornherein einzuschränken, sondern offen zu bleiben für das, was sie sich wünscht wie auch das, was sich ergibt – dann aber auch bereit zu sein, sich dafür einzusetzen und eine Chance unter vielen zu verwirklichen.

 
Preise / Stipendien / Mitgliedschaften

2008
Hans-Roemer-Preis des Deutschen Kolloquiums für Psychosomatische Medizin für die Habilitationsschrift

2001
1. Posterpreis des Deutschen Kolloquiums für Psychosomatische Medizin

seit 1986
Stipendiatin/Altstipendiatin des Cusanuswerks (Bischöfliche Begabtenförderung)

seit 2007
Mitglied der Arbeitsgruppe zur Erstellung einer AWMF-S3-Leitlinie zum Thema Angststörungen

Aktuelle Mitgliedschaften
  • Advisory Board der European Association for Psychosomatic Medicine (EAPM)
  • Mitglied des Deutschen Kolloquiums für Psychosomatische Medizin (DKPM), der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin (DGPM), der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Psychosoziale Onkologie (dapo), der Chefarztkonferenz psychosomatisch-psychotherapeutischer Krankenhäuser und Abteilungen (CPKA)
  • 1. Vorsitzende des Tumorzentrums Bonn e.V. (TZB)
 Editor / Gutachtertätigkeit 
  • Member of Editorial Board von „Onkologie“ und „Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie“
  • Reviewerin für verschiedene internationale Journals
  • Erstellung von gutachterlichen Stellungnahmen für die Deutsche Krebshilfe und Swiss Cancer League 
Weiterqualifizierungen

1992-1997
Psychotherapie-Weiterbildung in Analytischer Gestalttherapie 

2010
Didaktikfortbildung (Curriculum Medizindidaktik NRW)

Verschiedenes

2. Vorsitzende der Angelika+Friedemann-Spicker-Stiftung zur Förderung und Erforschung des Aphorismus 

 
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