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Dr. Bettina Schlüter

Schlüter

Professorin für Musikwissenschaft

 
Zum Fach:

Die Entscheidung, das Fach Musikwissenschaft zu studieren, liegt – wie bei mir so sicherlich auch bei vielen anderen, die sich in gleicher Weise orientieren – darin begründet, sich mit einem Gegenstand zu beschäftigen, der einen bereits über viele Jahre intensiv begleitet hat. So haben früher Klavierunterricht und auch die Ausbildung zur nebenberuflichen Kirchenmusikerin noch während meiner Schulzeit wichtige Impulse für die Studienwahl gegeben. Dieses Interesse an Musik ist dann im Verlauf des späteren Studiums und insbesondere während der Promotionsphase nachhaltig ergänzt worden durch ein mindestens ebenso starkes Interesse an wissenschaftlichen Verfahren und wissenschaftlicher Theoriebildung. Vielleicht mag hier eine gewisse Affinität zur Abstraktion, wie sie Musik in ihrer bis zu Pythagoras zurückreichenden Tradition durchaus immer wieder gekennzeichnet hat, Pate gestanden haben – in der Folge erschienen mir jedenfalls die fachlichen Grenzen, die mit dem Begriff ‚Musikwissenschaft’ üblicherweise verbunden werden, doch allzu eng gezogen und nicht mehr geeignet, das Spektrum meiner sich verschiebenden Interessen adäquat abzudecken. Die Habilitation in Musikwissenschaft und Medienwissenschaft konnte entsprechend neue Freiräume und ‚Lizenzen’ gewähren, sich auch anderen Themen – z.B. digitaler Kultur und Ästhetik – zuzuwenden und daraus zugleich Anregungen für musikwissenschaftliches Arbeiten zu beziehen. Vielleicht ist die Universität eine der wenigen Orte, die – wenn auch nicht gänzlich ohne Komplikationen – solchen dynamischen Entwicklungen Raum geben kann.

Biographisches:

Geboren 1967 in Gelsenkirchen

1986-1995: Studium der Fächer Musikwissenschaft, ältere und neuere Germanistik in Bochum, Freiburg und Bonn

1996: Promotion an der Ruhr-Universität Bochum

1996-2003: zunächst wissenschaftliche Assistentin, dann Akademische Rätin am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Bonn

2003: Habilitation in den Fächern Musikwissenschaft und Medienwissenschaft

2004 bis 2008: Professurvertretungen

2008: Ernennung zur Professorin an der Abteilung für Musikwissenschaft/Sound Studies an der Universität Bonn

 Auswahl neuerer Publikationen:

“Musik des ganzen Volkskörpers”: Die Einbindung der Musik in kulturpolitische Programme der Kaiserzeit, der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus. In: Deutsche Musikkultur im östlichen Europa. Konstellationen – Metamorphosen – Desiderata – Szenarien. Stuttgart: Steiner 2010, S. 26-48.

„Politisch korrekt und auch sonst schwach“ – Die mediale Reaktualisierung von Flucht und Vertreibung. In: Deutsche Musikkultur im östlichen Europa. Konstellationen – Metamorphosen – Desiderata – Szenarien. Stuttgart: Steiner 2010, S. 396-414.

The music of Liberty City. Zur Konvergenz realer und virtueller Musikkulturen. In: „It’s all in the Game“ – Computerspiele zwischen Spiel und Erzählung. In: Navigationen. Zeitschrift für Medien- und Kulturwissenschaft. Jg. 9, Heft 1 (2009), S. 39-53.

‚Avatarial Operations’. In: Automedialität. Subjektkonstitution in Schrift, Bild und neuen Medien. München: Fink 2008, S. 305-329.

‚Murmurs of Earth’. Musik und Sound in aktuellen Strategien ästhetischer Praxis und wissenschaftlicher Reflexion. Stuttgart: Steiner 2007.

Autobiographie als Zeugenaussage: Die Vielstimmigkeit des Dmitrij Schostakowitsch, in: AutoBioFiktion. Konstruierte Identitäten in Kunst, Literatur und Philosophie. Bielefeld 2006, S. 81-106.

 (August 2010)

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